Kinder- und Jugendschutz im Unternehmen Spiel-Schau!

Kein Raum für Missbrauch!

1. Leitbild und Selbstverständnis

  • Unser Unternehmen verpflichtet sich zur uneingeschränkten Achtung der Würde und Rechte aller Kinder und Jugendlichen.
  • Wir fördern eine Kultur der Achtsamkeit, Transparenz und Beteiligung.
  • Sexualisierte Gewalt, Grenzverletzungen oder Diskriminierung werden nicht toleriert.

2. Zielgruppe und Rahmenbedingungen

  • Kinder und Jugendliche im Alter von ca. 6 – 18 Jahren, die an Schulklassenfahrten oder anderen Veranstaltungen teilnehmen.
  • Durchführung von Theaterworkshops mit Gruppen zwischen i.d.R. 10–50 Teilnehmenden.
  • Die Angebote finden in Kooperation mit Schulen und unter Begleitung von Lehrkräften statt (meist in Jugendherbergen oder in den Schulen selbst).

3. Präventionsmaßnahmen

3.1 Verhaltenskodex für Workshopleitende

Alle Workshopleitenden verpflichten sich schriftlich zu:

  • respektvollem, wertschätzendem Umgang mit Kindern und Jugendlichen,
  • klarer Einhaltung von Nähe- und Distanzregeln (kein alleiniger Rückzug mit einzelnen Teilnehmenden in abgeschlossene Räume, keine privaten Übernachtungssituationen),
  • Transparenz in allen Aktivitäten (z. B. offene Türen, wenn kein anderer Erwachsener dabei ist, Einbindung von Lehrkräften),
  • Verzicht auf sexualisierte Sprache, Gesten, Witze oder unangebrachte körperliche Nähe

3.2 Auswahl und Schulung

  • Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses von allen Workshopleitenden
  • Regelmäßige Auffrischung (alle 2 Jahre).
  • Vor Aufnahme der Tätigkeit ist die neue workshopleitende Person verpflichtet, die zu diesem Thema bereitgestellten Informationen zu lesen und die Versicherung zu unterschrieben.
  • Spiel-Schau! kann in unregelmäßigen Abständen Schulungen zum Thema Kinderrechte, Prävention sexualisierter Gewalt, Nähe-Distanz-Gestaltung und Beschwerdemanagement anbieten. Eine Teilnahme der Workshopleitenden ist freiwillig, aber wird empfohlen.
  • Die Workshopleitenden haben auch immer die Möglichkeit sich bei Unsicherheiten oder Fragen zu dem Thema im Allgemeinen an die Leitung von Spiel-Schau! zu wenden
  • Fachliche Hilfe wird sofort durch externe Kinderschutzfachkräfte hinzugezogen (Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch: 0800 22 55 530).

3.3 Gestaltung der Workshops

  • Inhalte werden kind- und jugendgerecht sowie gewaltfrei vermittelt.
  • Die Workshopleitenden vermeiden (so weit wie möglich) den körperlichen Kontakt mit den Teilnehmenden. Zum Beispiel kann man neben jemandem schnipsen oder die Person ansprechen, statt auf die Schulter zu tippen; Kinder werden mündlich aufgefordert, sich zu einem zu drehen, anstatt sie bei den Schultern zu fassen und umzudrehen; etc.
  • Umgang mit Herausforderung und Grenzen:
  • Theaterpädagogische Arbeit erfordert, dass Kinder und Jugendliche sich in neuen Situationen erproben, z. B. durch lautes Sprechen, körperlichen Ausdruck oder das Einnehmen ungewohnter Rollen. Diese Form der „positiven Grenzerweiterung“ ist erwünscht und wird aktiv gefördert.
  • Entscheidend ist die Freiwilligkeit im Prozess: Die Teilnahme am Workshop ist verbindlich, aber jede*r entscheidet, wie weit er oder sie in einzelnen Übungen geht.
  • Wir unterscheiden klar zwischen:
  1. - pädagogisch gewollter Herausforderung (z. B. Mut, sich auf die Bühne zu stellen, lauter zu sprechen, eine Bewegung auszuprobieren) und
  2. - grenzverletzenden Situationen (z. B. körperliche Nähe ohne Zustimmung, Bloßstellung, sexualisierte Handlungen oder Sprache).
  • Workshopleitende schaffen eine offene Workshop-Atmosphäre, in der Scham- oder Überforderungsgefühle ohne Angst benannt werden können. Dazu werden beispielsweise zu Beginn einfache Signale (z. B. eine Stopp-Geste) eingeführt, Wahlmöglichkeiten in Übungen angeboten und auch nonverbale Rückmeldungen zugelassen. Nicht alle Kinder trauen sich, Gefühle auszusprechen. Deshalb kann es kurze Abfragen geben wie: „Heb die Hand, wenn du die Übung nochmal willst – oder senk sie, wenn’s dir zu viel ist.“ Workshopleitende respektieren diese verbalen und non-verbalen Signale und suchen gemeinsam nach Alternativen. Die Signale werden respektiert, ohne dass Teilnehmende dadurch aus dem gesamten Workshop ausgeschlossen werden.
  • Die Workshopleitenden sollen in den Workshops nicht immer nach dem gleichen Schema arbeiten, sondern können die Möglichkeiten der jeweiligen Klasse und Situation anpassen, auch in Absprache mit der Lehrkraft.
  • Es wird klar unterschieden zwischen pädagogisch gewollter Herausforderung und grenzverletzendem Verhalten. Niemand wird zu Handlungen gedrängt, die das persönliche Wohlbefinden verletzen, gleichzeitig ermutigen wir alle Teilnehmenden, sich aktiv einzubringen und eigene Ausdrucksformen zu erproben.

 

 

 

 

Das vollständige Konzept ist für Mitarbeitende/Workshopleitende, Schulen, Jugendherbergen und Eltern auf Nachfrage einsehbar.

 

Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Tel.: 0178-1528541

Ansprechpartnerin: Anna Habeck

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